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Mietpreise bleiben auf einem hohen Niveau

Die Einkommen stagnieren und die Mietpreise steigen – das ergaben die neuesten Studien rund um den österreichischen Immobilienmarkt. Kurzum: Wir müssen den Gürtel enger schnallen. Aber was bedeutet das für Mieter? Und wo ist das Wohnen aktuell besonders kostspielig? Hier gibt es die Fakten.

Wiener Privatmieten sind für viele zu teuer

Die TU Wien erarbeitete zusammen mit DerStandard.at einen Mietmonitor für die österreichische Hauptstadt. Hierfür wurden mehr als 10.300 Immobilien-Inserate im Zeitraum von 2011 bis 2019 berücksichtigt und nach Leistbarkeit eingestuft. Mieten, die bis zu 30% des Haushaltseinkommens betragen, gelten hier als leistbar. Es stellte sich heraus, dass immer mehr Wohnlagen in Wien diese Grenze überschreiten und für Personen mit einem durchschnittlichen Einkommen zu teuer sind.

Ein Beispiel: Der zweite Bezirk verbuchte von 2011 bis 2013 rund 27% der Immobilienangebote als leistbar. Zwischen 2017 und 2019 ist dieser Wert auf knapp über zehn Prozent gefallen. Es ist außerdem zu erkennen, dass es vor allem Single-Haushalte trifft – Alleinstehende tun sich besonders schwer, leistbaren Wohnraum zu finden.

Nutzer können auf der Webseite ihr Haushaltsnettoeinkommen angeben und erhalten eine Karte, die leistbare Bereiche grün und nicht leistbare Bereiche rot einfärbt. Die rot eingefärbten Areale bieten nur wenige Wohnungsangebote, die weniger als 30% des Haushaltseinkommens schlucken. Wer auf klassischen Immobilienwebseiten eine Wohnung in Wien sucht, kann die 30% seines Haushaltsnettoeinkommens ebenfalls als Richtwert nehmen, um sich günstige Angebote anzeigen zu lassen.

Salzburg ist Mietpreis-Champion

In einer Erhebung der Arbeitskammer (AK) zu Wohn- und Mietpreisen in Salzburg ist zu sehen, dass es in den vergangenen 20 Jahren zu nennenswerten Mietpreisanstiegen gekommen ist. Für eine Wohnung mit 70 m² hat sich der Preis in der Stadt um etwa 420 Euro erhöht. Statistik Austria nennt Salzburg im Bundesländervergleich als Spitzenreiter bei den Mietpreisen.

Allein im Jahr 2020 verzeichnete die Salzburger Arbeiterkammer für die Stadt einen Mietpreisanstieg von 5,5% für 70-m²-Wohnungen. Damit liegt der Quadratmeterpreis bei rund 15,60 Euro monatlich, inklusive der Betriebskosten. Auf dem Land ist der Anstieg mit 5,4% etwas geringer. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis pendelte sich dort bei 13,20 Euro ein.

Wer im Jahr 2000 in der Stadt Salzburg eine 70-m²-Wohnung gemietet hat, zahlte im Schnitt rund 677 Euro inklusive aller Betriebskosten. Heute wird die gleiche Wohnung im Schnitt für 1.094 Euro vermietet – auf den gesamten Zeitraum gerechnet ist dies ein Preisanstieg von knapp 62%.

In den ländlichen Regionen ist der Preissprung sogar noch größer: Im Jahr 2000 zahlten die Bewohner durchschnittlich 565 Euro, heute rund 923 Euro. Die Mietkostenerhöhung liegt damit bei mehr als 63%. Laut Statistik Austria folgen auf Salzburg die Bundesländer Vorarlberg und Tirol in Sachen Mietpreise.

Auch in Tirol steigen die Mietkosten

Die Tiroler Arbeiterkammer analysierte im Zeitraum von Jänner bis Dezember 2020 insgesamt 4.879 Immobilien-Inserate in Tirol. Demnach zahlten die Tiroler Mieter im Jahr 2019 im Schnitt 13,53 Euro pro Quadratmeter für ihre Mietwohnungen. Im Jahr 2020 stieg dieser Wert auf 13,62 Euro an.

Dabei wurde deutlich, dass Mietwohnungen in Kitzbühel besonders hochpreisig sind. Kitzbühel ist nicht zum ersten Mal Ranglistenführer der Mietpreise in Tirol. Auch im Jahr 2019 bildete der Bezirk die Mietpreisspitze in der Region. Innerhalb eines Jahres zogen die Mieten dort von 17,05 Euro pro Quadratmeter auf 17,33 Euro an. Im Vergleich dazu fallen im Bezirk Lienz lediglich 7,73 Euro pro Quadratmeter Mietfläche an. Die Tiroler Arbeiterkammer geht davon aus, dass sich die Kitzbüheler Mietpreisspirale auch in Zukunft weiter nach oben drehen wird.

In Innsbruck-Stadt und in den Bezirken Kufstein, Schwaz und Reutte kam es ebenfalls zu steigenden Mietpreisen. Lag der Preis in Kufstein 2019 durchschnittlich noch bei 11,20 Euro, fallen aktuell 12,11 Euro pro Quadratmeter an. In Schwaz gab es einen Preisanstieg von 10,52 Euro auf 11,20 Euro. Reuttes Mieten kletterten von 7,84 Euro auf 8,19 Euro pro Quadratmeter.

Mietkosten werden ohne staatliche Intervention weiter steigen

Die Arbeiterkammer betrachtet die Mietpreisentwicklungen im Land mit großer Sorge. Sie fordert wirksame Maßnahmen, damit Wohnen leistbar bleibt. Unter anderem plädiert sie dafür, dass die Landesregierung mehr sozialen Wohnraum schaffen sollte. Ob dies eintritt, bleibt abzuwarten.

Titelbild: eskaylim / clipdealer.de