Sylvia Reim - 8. Jan, 12:57
Wohin damit? Eigentlich sind sie ja nur Staubfänger, aber gleich wegwerfen geht auch nicht. Was haben wir nicht alles bekommen: Schweinderl, Schwammerl, Marienkäfer, Rauchfangkehrer, Elefanten (Elefanten??? Wofür stehen die denn eigentlich?). Freunde, Verwandte, Kollegen, alle haben uns wohlmeinend diese Symbole des Glücks zugesteckt. Eine mir nahestehende Verwandte (Name der Redaktion bekannt), überreicht sie übrigens immer schon am 29., unter dem Motto: was erledigt ist, ist erledigt.
Aber wozu brauchen wir diese Glücksbringer? Sind wir denn nicht längst schon dem Aberglauben entwachsen? Und dennoch heben wir das kleine Porzellanschweinderl - das eigentlich so dermaßen hässlich ist, dass es normalerweise spontan in die tiefsten Tiefen des Abstellraums verbannt werden würde - das ganze Jahr auf und platzieren es auf einem Küchenkasterl, wo es dann das ganze Jahr über dicken Speck ... ähmm … Staub ansetzen kann.
Der Grund ist einfach: diese Dinge haben den Menschen früher tatsächlich Glück gebracht. Das Schwein steht für genug zu essen, das Hufeisen für ein gesundes Pferd (kann man das eigentlich 1:1 auf ein funktionierendes Auto umlegen?) und der Rauchfangkehrer soll verhindern, dass unser Haus abkokelt. Und so leicht sind diese Ängste nicht aus unseren Köpfen zu vertreiben, Wissenschaft hin oder her.
Mein Lieblingsglückbringer kam übrigens von Kollegen
Philipp Maschl: er verschenkte Glücksschokolade! Die Minuten, in denen ich diese Schokolade verputzt hab, waren tatsächlich das pure Glück.